
Straßburg 1886
- Basel 1966
Hans Arp, später auch Jean Arp, absolviert sein Studium zwischen 1904 und 1908 an der Akademie der Schönen Künste in Weimar und der Académie Julian in Paris. Der Künstler kann ab 1912 durch den Kontakt mit Picasso, Kandinsky, van Doesburg und anderen Künstlern, die Entwicklung der europäischen Avantgarde direkt mitverfolgen und für seine eigene Arbeit nutzen. Arps künstlerische Laufbahn wird immer wieder bestimmt durch die Verbindung zu diversen Künstlervereinigungen: Die Faszination reicht vom "Blauen Reiter" in München über die Zugehörigkeit beim "Cabaret Voltaire" in Zürich - einem Künstlerkreis, aus dem 1916 die Dada-Bewegung hervorgeht. Das Interesse des Künstlers führt in Richtung Surrealismus und schließlich zur Mitgliedschaft in der Gruppe "Abstraction-Création". Erste Holzreliefs, Simultangedichte und automatische Dichtungen entstehen ab 1917. Hans Arp sieht im Dadaismus die Möglichkeit, eine neue Kunst zu schaffen, der das Prinzip Zufall, der Automatismus und die Erweiterung des Unbewußten zugrunde liegen. Spontaneität und Instinkt drückt Arp in biomorphen Reliefs (z.B. Plant Hammer) und willkürlich zusammengefügten Collagen aus. Hans Arp engagiert sich im Kölner Dada-Kreis und in der Pariser Dada-Bewegung. Zusammen mit Schwitters arbeitet Arp an verschiedenen Veröffentlichungen. Im April 1917 kommt Hans Arp zu seinen "entscheidenden Formen": "In Ascona zeichnete ich (...) Äste, Wurzeln, Gräser, Steine (...). Diese vereinfachte ich und vereinigte ihr Wesen in bewegten ovalen Sinnbildern der Verwandlung und des Werdens des Körpers." Hans Arps Anliegen, die stete Wandlung der Natur mit ihren inneren Wesenskräften zu veranschaulichen, überträgt er zunächst auf Reliefs und Arbeiten auf Papier, bevor er ab 1929 zur Rundplastik findet, um mit diesem Medium das Werden und Vergehen in Form von weich fließenden, ineinander übergehenden Massen zu veranschaulichen. Arp, der sich schon immer intensiv mit Philosophie und Psychologie beschäftigt hat, gelingt eine Synthese aus Surrealismus und Abstraktion. Aus Protest gegen die Nationalsozialisten nennt sich Arp ab 1939 nicht mehr Hans, sondern Jean. Große öffentliche Aufträge erhält der Künstler in den 1950er Jahren, u.a. gestaltet Jean Arp ein Monumentalrelief im UNESCO-Gebäude in Paris. Auf der Biennale in Venedig wird Jean Arps bildhauerisches Werk 1954 mit dem großen Preis für Plastik ausgezeichnet und 1963 wird Arp in Paris der Grand Prix des Arts verliehen. Der Künstler erliegt am 7. Juni 1966 einem Herzinfarkt. Arp gilt als einer der großen Formerfinder des 20. Jahrhunderts, der ein Werk von hohem künstlerischem Rang hinterlässt.